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Datum: 01.04.12

Studie Basel/Bochum: ADHS wird überdiagnostiziert

Immer häufiger wird bei Kindern zu Medikamenten wie "Ritalin" oder "Concerta" gegriffen, die als zappelig oder unkonzentriert gelten. Diese Kinder leiden oft nicht unter ADHS. Eine neue Studie belegt: Viele Diagnosen werden vorschnell getroffen, und nehmen damit ein durchaus großes Risiko an Wesensveränderungen der jungen Menschen in Kauf.

In einer kürzlich veröffentlichten Studie der Ruhr-Universität Bochum sowie der Universität Basel wurde festgestellt: Es werden oft vorschnell Diagnosen gestellt und die Kriterien zur Bewertung des ADHS sind zu ungenau. Das belegten repräsentative Daten die von den Wissenschaftlern ausgewertet worden sind.

Kevin ist von ADHS betroffen, Charlotte nicht
Psychotherapeuten und Psychiater würden der Studie zu folge ihr Urteil eher anhand von Faustregeln treffen und sich nicht an die gültigen Diagnosekriterien halten. Jungen seien öfter von Fehldiagnosen betroffen.

Von 1000 Kinder- und Jugendpsychotherapeuten, die bundesweit zu der Studie eingeladen worden sind, nahmen 473 an der Untersuchung teil.

Drei von vier hatten kein ADHS
Signifikante Fehldiagnosen unterlagen der Bewertung nach sogenannten prototypischen Symptomen. „Der Prototyp ist männlich und zeigt Symptome von motorischer Unruhe, mangelnder Konzentration oder Impulsivität.“ so die Wissenschaftler. Auch wurde in der Studie deutlich: Frauen urteilen differenzierter und diagnostizieren deutlich weniger häufig ADHS.

Seit 2001 um fast 400% gestiegen
Die Wissenschaftler der Universität Bochum, Silvia Schneider und Jürgen Margraf gehen nicht von einer verbesserten Diagnostik aus, um diesen Anstieg der Diagnosen zu erklären. Die Diagnose werde einfach zu leichtfertig getroffen.
Die Forscher bemängeln vor allen Dingen die inflationär angestiegenen Diagnosen. Zwischen 1989 und 2001 seien die Diagnosen um 400% angestiegen und die Ausgabe der Medikamente um das neunfache gestiegen. Nicht nur das: auch die Dosierungen seien angehoben worden seien.

Die Studie zeigt, dass Psychotherapeuten sich an strengen Kriterien zur Beurteilung von ADHS halten müssen, und sich nicht auf ihre Intuition verlassen dürfen.

Die Studie erschien im  Journal of Consulting and Clinical Psychology .

 

Bildquelle: aboutpixel.de / Die Wilden Kerle - Oha Grasflecken © Moritz Mehrleinc



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