


Datum: 15.02.12
Kinder bekommen zu häufig Antibiotika
Einer aktuellen Studie des Zentrums für Sozialpolitik der Universität Bremen nach, erhalten Kinder zu oft Antibiotika verschrieben. Die Studie, im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung basiert auf Daten von Versicherten der Barma GEK Krankenkasse.
Jedes zweite Kind
Jährlich erhält demnach jedes zweite Kind in der Bundesrepublik Deutschland Antibiotika mindestens einmal verschrieben. Besonders sind Kinder in Nordosten Deutschlands betroffen. Diese erhalten zweimal so häufig die Medikamente. Im Vergleich zu Erwachsenen werden Kindern deutlich mehr Antibiotika verordnet.
Risiken von Überverordnung
Laut Prof. Gerd Glaeske vom Zentrum für Sozialpolitik wurde in der Studie festgestellt, dass die Ursache der meisten Kinderkrankheiten Viren seien und keine bakteriellen Infektionen. Das könne sich doppelt negativ auf den Heilungsverlauf auswirken. Antibiotika wirken nicht gegen Viren und die Medikamente können darüber hinaus Durchfall sowie Allergien auslösen. Des Weiteren sind Resistenzen gegen Keime bei zu häufiger Vergabe nicht ausgeschlossen. Krankenhäuser haben schon seit längeren mit Problemen resistenter Keime zu kämpfen. Die Keime haben sich an die Wirkstoffe gewöhnt.
Was sollen Eltern tun
Oft werden Antibiotika zur Beruhigung der Eltern verschrieben. Bei einer Grippe, einer Erkältung oder einer nicht eitrigen Mittelohrentzündung könne man laut Prof. Glaeske oft auf den Einsatz der Medikamente verzichten. Eltern sollten in jedem Fall kritisch nachfragen.
Weitere Informationen:
https://antibiotika.faktencheck-gesundheit.de/
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