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Rolf Müller und Gabrielle Biétry

So gelingt die Paar-Beziehung

I-G-T Rolf Müller: Die Zahl 8 und ein Geheimnis der Paar-Beziehung

Achtung – hier wird Macht, Verachtung und Missachtung ausgeübt! Hier fehlt die Achtsamkeit. Die Nacht – die Dunkelheit des Schattens – hat hier das Zepter übernommen.

Hier überwacht und kontrolliert der eine den anderen.

Der eine Partner stellt sich über den anderen, weil er meint, er sei besser, oder weil er meint, sein Elternhaus, seine Herkunft sei besser als die des Partners.
So stellt er sich in die Mitte, anstatt Gleichwertig in den Kreis, was eine Missachtung der Ordnung ist. So hat das Grössere in dieser Beziehung keinen Platz. Wo das Grössere fehlt, fehlt die Ordnung und die Orientierung.
Hier fehlt nicht nurdas Grössere, sondern auch das Eigene beider Partner und somit die Möglichkeit einer echten Partnerschaft. Beide haben ihren Platz nicht eingenommen weil sie diesen gar nicht kennen. Diese Ordnung ist dann meistens schon in ihrer Herkunfts-Familie gestört.

Ein solches Zusammensein ist eine Achterbahn mit stetigem auf und ab, das Gleiche wiederholt sich immer und immer wieder. Entwicklung und Wachstum ist so nicht möglich.
Es bleibt nur ein resigniertes Zusammensein, eine Zweckgemeinschaft oder die Trennung. Bei dieser Konstellation haben oft beide Partner unerledigtes aus der Vergangenheit, oder Verstrickungen zu anderen Familienmitgliedern in die Beziehung mitgebracht.
Eine Familienaufstellung könnte da sehr Hilfreich sein, weil sie aufzeigen kann, was dazwischen steht und welche Kräfte in den beiden wirkten.

Die Acht fordert auf, zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Macht.


Die liegende 8 als ideale Form der Beziehung


Da ist nicht nur das gleichwertige Nebeneinander, sondern als Zeichen der Unendlichkeit macht die Lemniskate (das mathematische Unendlichkeitszeichen) auch auf die Möglichkeit der Unendlichkeit der Beziehung aufmerksam. Die Zweiheit der beiden Kreise bleibt zwar bestehen, aber sie gehen zugleich fliessend – wie Einund Ausatmenineinander über und bilden so eine Einheit.

Beim gleichwertigen Nebeneinander ist auch die Entwicklung beider möglich. Dies wiederum lässt die Entwicklung der Beziehung zu.
Hier kann jeder sein Eigenes und somit seine Stärke in die Beziehung einbringen, was eine enorme Bereicherung ist und die Beziehung erst stark macht. So fühlt sich jeder Vollständig auch ohne den anderen, weil er eine gute Beziehung zu sich selber hat. In einer solchen Beziehung können die zwei wichtigen Grundbedürfnisse gelebt werden:

  • Das Bedürfnis nach Nähe und Bindung, und
  • Das Bedürfnis nach Autonomie und Freiheit.

Die Schwierigkeit, diese beiden Bedürfnisse miteinander zu verbinden, kann krank machen ein Hilferuf nach Nahrung für das eigene Wachstum.
Beim gleichwertigen Nebeneinander ist sowohl eine Berührung da, wie auch gleichzeitig eine Trennung.
Eine Abgrenzung, die jedem sein Eigenes zulässt, führt erst zur intensiven Verbindung. Hier ist etwas was verbindet und gleichzeitig trennt.
In einer solchen Beziehung muss keiner Vollkommen sein, was für beide viel Freiheit bringt.
Diese Beziehung hat ein Geheimnis, was sowohl die beiden Partner wie auch die Beziehung stärkt. So können die beiden Partner Respektvoll miteinander umgehen und sich gegenseitig achten.
Das ermöglicht Veränderung und Wachstum.

Das Achtsame Nebeneinander braucht eine Grenze, die jedem seinen eigenen Raum lässt, in dem er sich entfalten kann. Diese zwei individuellen Räume nebeneinander machen die liegende Acht. Die zwei Räume berühren sich und sind doch für sich allein. Ohne diese Grenze wird aus den zwei individuellen Räumen nur noch ein Raum, aus der liegenden Acht wird somit eine Null. So hat die Beziehung Null Chancen, weil das eigene Wachstum nicht mehr möglich ist und das Eigene untergeht.
So ist auch keine „Anziehung“ mehr möglich.

Die Illusion dabei ist: die Verschmelzung mit dem Partner würde eine dauerhafte Bindung ermöglichen. Ohne Grenze ist kein Austausch und somit kein Leben der Beziehung möglich. Diese Beziehung hat auch kein Geheimnis, was sowohl beide, wie auch die Beziehung schwächt. In einer solchen symbiotischen Beziehung finden wir Macht-Missbrauch, Abhängigkeit, An-passung, Unterordnung.

Solche Symbiose-Muster werden von traumatisierten Familiensys-temen oft über Generationen weiter gegeben.
Diese Abhängigkeit macht aggressiv, doch die Aggression wird aus Angst die Beziehung zu gefährden unterdrückt. Die so gestaute Aggression wird immer mehr destruktiv und beide Partner verlieren die Achtung sowohl für den Partner, wie auch für sich selbst.
So kann sich das Paar nicht finden – und oft auch nicht trennen.
Dies ist keine „Erwachsene“ Beziehung. Wer nicht Kind sein konnte, kann auch nicht Erwachsen sein. Wenn Eltern oder ein Elternteil seelisch für das Kind nicht erreichbar waren – weil sie selber noch gebunden sind an traumatische Erfahrungen wie Gewalt, Verlust, nicht gelebte Trauer usw. – bleibt eine Symbiotische Beziehung zwischen Kind und Eltern.
Dies verunmöglicht eine Paar-Beziehung weil keine Grenzen da sind und somit das Eigene nicht wahrgenommen und nicht gelebt werden kann.
Das Grundbedürfnis nach dem Eigenen, nach Autonomie, lässt sich nicht ewig unterdrücken, viele psychische Krankheiten und Beziehungsprobleme (=Krankheit der Beziehung) rufen danach. Auch hier könnte eine Familienaufstellung die Zusammenhänge aufzeigen und heilend wirken.

Wenn zu Lebzeiten keine Abgrenzung der eigenen inneren Räume möglich war, kann auch keine Abgrenzung stattfinden, wenn der eine Partner stirb.
Meist folgt dann der andere nach kurzer Zeit in den Tod, oder lebt weiter, ohne am Leben teilzunehmen.

Insbesondere ist Acht das Symbol der Zwei/Einheit von Diesseits und Jenseits, Himmel und Erde, Geburt und Tod, Feuer und Wasser, Form und Inhalt.
Sie ist die Zahl der Rückwirkung und der ausgleichenden Gerechtigkeit. Die Gegenpole durchlaufen eine stetige Wandlung, indem sie nicht nur ständig ineinander übergehen, sondern dabei auch noch umgekehrt werden. Die wunderbare Wirkung dieser ineinander fliessenden Wechselbeziehung wird noch dadurch gesteigert, dass beim Malen der 8 die Innenseite des einen Kreises zur Aussenseite des anderen Kreises wird und umgekehrt:
So finden wir mit dem alten Mysterienwort von Hermes Trismegistos: „wie oben so unten, wie innen so aussen“ („Wie im Himmel so auf Erden“) die Bedeutung der Acht beschrieben: die Erlösung der Polarität durch die Wirksamkeit immerwährender Metamorphose.


Aus dem Tao Te King:
„Dies ist das Geheimnis: Diesseits und Jenseits das gleiche All.“
Dass jede Wirkung eine Gegenwirkung schafft, ist das universelle Gesetz der Welt.
Der gegangene und vollendete Weg der Überwindung der Polarität zeigt sich in der Zahl 8.

 

 

Rolf Mueller
 
IGT
Institut fuer Ganzheitliche Therapie
Rolf Mueller
Eichlibachstrasse 14  CH 9545 Waengi
T: 052 366 40 74   F: 052 366 40 73




Autor des Artikels und inhaltlich verantwortlich:
Rolf Müller und Gabrielle Biétry

Datum des Eintrags: 01.08.13  

Fachbeiträge sind von dem Autor verfasst und unterliegen dem Urheberrecht.









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