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Franziska Elsaesser

Hochsensibilität

Überempfindlich, anspruchsvoll, heikel, kompliziert, nicht belastbar – das sind Bezeichnungen die sich viele hochsensible Menschen anhören müssen.

Gemäss der Psychologin und Forscherin Elaine Aron, die in ihrem Buch «The Highly Sensitive Person» (1996) erstmals diese Veranlagung genauer beschreibt, sind ungefähr 20 % der Bevölkerung hochsensibel. Man geht davon aus, dass diese Menschen ein äusserst feines zentrales Nervensystem haben und deswegen viel stärker auf Reize von aussen reagieren. Sei dies in positiver oder negativer Hinsicht. Hochsensibilität kann ein Segen sein, Freude, doch oft auch eine grosse Herausforderung.

Wahrnehmung durch den Verstärker, ständiger Informationsfluss, starke Emotionen
Für hochsensible Menschen ist die Welt bunter, reicher, lebendiger und intensiver als für andere. Sie kann jedoch auch lauter, greller, bedrohlich und schwer zu ertragen sein. In solchen Momenten ist das Leben nur noch anstrengend, die hohe Sinneswahrnehmung wird zur Belastung. Äussere Einflüsse wie Lärm, Gerüche, gewisse Nahrungsmittel, Chaos, Schönheit, Stimmungen Wettereinflüsse, Schmerzen wirken stärker und werden tiefer verarbeitet als bei weniger sensiblen Menschen. Alles wird wie durch einen Verstärker wahrgenommen, ohne Schutz, es gibt kein Entrinnen. Hochsensible sehen, hören oder spüren Dinge, die andere kaum, oder gar nicht, bemerken. Sie sind damit einem ständigen Informationsfluss ausgesetzt, der irgendwie bewältigt werden muss. Neurologische Untersuchungen weisen zudem darauf hin, dass ihr Hirn Reize intensiver verarbeitet und Emotionen – negative wie positive – stärker und länger spürbar sind.

Energiedefizit und Untergrabung des Selbstwerts
Hochsensible Menschen stehen somit unter einer Dauerbelastung und sind alles andere als nicht belastbar, im Gegenteil, sie halten viel mehr aus. Das wird aber von ihrer Umwelt nicht so wahrgenommen und so fühlen sie sich oft missverstanden oder Ungerechtigkeiten ausgesetzt. Das hat zur Folge, dass sie einerseits viel Energie aufwenden müssen, um einigermassen im Gleichgewicht zu bleiben, und andererseits, dass sie sich wehren müssen. Auch das kostet Energie. Und so reagieren sie oft mit Rückzug, sind enttäuscht, mutlos, fühlen sich ausgeliefert, verkannt, einsam und kämpfen gegen Selbstzweifel. Irgendwie das Gefühl da, nicht in diese Welt zu passen und das kann mit der Zeit den Selbstwert empfindlich untergraben. Selbstsabotage ist ein häufiger Begleiter.

Korrektur und Fülle
Zu Unrecht. Aufgrund ihrer erhöhten Informationsverarbeitung kann man gut nachvollziehen, dass hochsensible Menschen meist über eine sehr hohe Intelligenz verfügen: sie sind aufmerksam und erkennen Schwierigkeiten früh, sie sind kreativ in der Lösungsfindung (mehr Informationen stehen zur Verfügung), können umsichtig vorausplanen und Konflikte damit oft vermeiden. Sie haben viele Eigenschaften, die genau in unserer heutigen Welt gebraucht werden: sie sind belastbar, mutig, loyal, gerecht, verantwortungsvoll, vorausblickend und planen langfristig. Hochsensible können zwar ihre Wahrnehmung nicht abschwächen, und das wollen sie auch nicht, aber sie können lernen wie sie mit ihrer Energie umgehen, mit ihren Gefühlen und wie sie im Guten für sich einstehen. So, dass sie ein Leben im Einklang mit sich und ihrer Umwelt führen können, und sie selber - und wir alle -von ihren Stärken profitieren. (Hochsensibilität wie ich sie in meiner Praxis erlebe)


Franziska Elsaesser, März 2018

 

Profil Franziska Elsaesser




Autor des Artikels und inhaltlich verantwortlich:
Franziska Elsaesser

Datum des Eintrags: 07.03.18  

Fachbeiträge sind von dem Autor verfasst und unterliegen dem Urheberrecht.


















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